Montag, 25. September 2017

Wenn Jesus mit uns reden könnte....

Wir sitzen auf dem Balkon und feiern die erste überstandene Schulwoche mit Samus Lieblingsessen: Spinat, Kartoffelbrei und Fischstäbchen (was bin ich froh, dass ich ihn mit so einem einfachen Essen glücklich machen kann!). Da steigt uns, neben den gestreiften Fischresten noch ein anderer Geruch in die Nase. Ein Fuchs scheint mal wieder seine Revier in unserem Garten markiert zu haben. Igitt. Wir essen trotzdem erst mal tapfer weiter und Samu meint: „Mama, wenn Jesus mit uns reden könnte, dann könnte er uns jetzt bestimmt sagen wo der Haufen liegt."
Ach, ich liebe es, wenn sich mitten im hunds-oder besser fuchsgewöhnlichen Alltag ein Moment auftut, in dem wir über Dinge reden können die vielleicht fürs Leben richtig wichtig sein können. (und die Zeit in der er die Weisheiten seiner Mutter bereitwillig und staunend aufnimmt schmilzt in den nächsten Jahren wohl schneller als die Polarkappen!) Also ergreife ich die Chance, erkläre ihm, dass Jesus gerne mit uns redet, dass es manchmal wie ein freundliches Flüstern in unsere Gedanken ist und dass wir ganz langsam lernen den Klang seiner Stimme ein bisschen besser zu erkennen. Und während ich ihm das so erkläre ist auch ein kleiner Teil in mir der leicht hysterisch denkt: Bist du dir da sicher? Redet Gott wirklich? Oder ist das der Moment in dem du deinem Sohn zu Dialogen mit einem imaginären Freund ermutigst – und wir wissen ja wo sowas enden kann!  Aber ist es nicht genau das was ich glaube? Wenn Jesus lebendig ist, mitten im Alltag, dann redet er doch auch zu uns, oder? Also erkläre ich Samu weiter, dass er einfach Jesus bitten kann, dass er seine Stimme hören darf. Er nickt freudig, macht die Augen zu und betet leise. Wir essen genüsslich weiter. Das Thema scheint erstmal erledigt. Beim Nachtisch sagt er plötzlich: „Ich glaube jetzt hat Jesus was gesagt!“ „Was denn?“, frage ich neugierig. „Hallo Samuel!“ sagt er strahlend. Ach, wie schön.



Einige Zeit später. Ich schlage mich mit dem Unkraut im Garten rum, damit der Fuchs weiß, dass hier NICHT sein Revier ist!  Samu fährt lärmend mit seinem alten Bobbycar hin und her (wir haben es leider gekauft bevor wir von der absolut segensreichen Erfindung von Flüsterrädern erfahren haben!) Ich bin schon echt angenervt und will ihm gerade den fahrenden Untersatz entreißen, da ruft er fröhlich und GANZ LAUT (man muss ja schließlich den Lärm übertönen): „Mama, ich glaube Jesus hat gerade wieder was zu mir gesagt!“ Aha. Ich werfe einen leicht nervösen Blick auf die offenen Fenster der Nachbarn. „Was denn?“ „Mach weiter! Ich hab dich lieb!“ Na bravo. Ich muss lachen. Und irgendwie kommt mir die Stimme schon bekannt vor. Zu mir sagt sie nämlich auch ganz oft sowas wie: Hallo Christina, ich hab dich lieb! Klar, ich war auch schon tief enttäuscht davon, dass sich etwas, was ich meinte von Gott zu hören, dann doch eher als mein eigener Wunschgedanke herausgestellt hat. Und trotzdem: Ich erlebe es immer wieder, dass Jesus redet. Auf die verschiedensten Arten. Und ganz oft über dieses sanfte Flüstern in meine Gedanken. Und ich muss an einen Satz von der wunderbaren Melissa Helser denken die sagte: "Ich will, dass meine Kinder lernen nicht nur auf mich zu hören, sondern dass mit der Stimme von Jesus vertraut werden, weil sie ihn – im Gegensatz zu mir - ein Leben lang brauchen werden."
Wie wahr. Ja, er soll auch lesen lernen. Und schreiben. Und freundlich sein. Alles wichtig fürs Leben. Aber am allermeisten wünsche ich mir, dass er Jesus kennenlernt, dass er lernt auf seine Stimme zu achten, mitten im Alltag. Es gibt so viele Stimmen die uns kaputt machen, antreiben, anklagen, klein reden....und da ist diese eine Stimme, die so oft einfach unseren Namen voller Liebe sagt, die uns ganz lebendig und froh machen kann! Diese Stimme wahrzunehmen und ihr mehr zu glauben als allen anderen - das scheint mir das Allerwichtigste was man lernen kann. Und da drücke ich mit dem kleinen Sohn gemeinsam die Schulbank. Ein Leben lang.

 You have one single Teacher, and you are all classmates. 
Jesus in  Matth. 23,8 (the message)

Montag, 18. September 2017

Mittendrin im Neuanfang


Heute ist er da: Samuels erster, richtiger Schultag! Und ICH bin total aufgeregt. Auf dem Weg zur Schule segnen wir ihn noch (das haben wir im morgendlichen Trubel ganz vergessen!). Wir treffen einen Bekannten, der einen guten Start wünscht und ich bedanke mich. Heio macht mich darauf aufmerksam, dass der Wunsch eher Samu galt als mir. Ähh stimmt. Egal. Ich zähle nochmal die Schulhefte und merke, dass wir eins vergessen haben. Oh nein! Ich darf es in der großen Pause nachbringen, sagt die Lehrerin. Ahhh. Es fühlt sich an wie früher! Da habe ich auch immer irgendwas vergessen. Komme völlig verschwitzt nach Hause. Würde mich am liebsten hinter einem Busch im Schulhof verstecken und die Kinder in der Pause beobachten. NEIN, ich bin keine Helikopter-Mama, aber hey:  wenn mich jemand auf einen kostenlosen Heli-Rundflug einladen würde - ich wäre sofort dabei! Versuche Heio zu überreden sich auf seinem Weg zum Büro unauffällig am Schulzaun entlangzuschleichen. Er lehnt ab. Wie gut, dass wenigstens einer im Haus nicht völlig den Verstand verloren hat.

Ach ja, Neuanfänge sind immer spannend! Und ich bin sooo dankbar für tolle Lehrer und dass ich mein Kind in Friedenszeiten in die Schule schicken kann. Am Elternabend saß ich neben einer syrischen Mama. Sie gestand mir später, dass sie kaum ein Wort verstanden hat. Ich spüre, wie schwierig das für sie ist, und ich nehme auch eine tiefe Dankbarkeit wahr, dass sie hier mit dabei sein darf und ihre kleine Tochter zur Schule bringen kann. Zusammen mit all den anderen Kindern, aus so vielen verschiedenen Ländern. Seite an Seite werden sie nun jeden Tag ein bisschen mehr übers Leben - und auch voneinander - lernen. Ich bin sooo gespannt, was Samu mir heute Mittag berichten wird!

 Letzten Samstag hat er auch schon einen aufregenden Tag hinter sich gebracht: Heio hat ihn zum "Bädleslauf" angemeldet, ein jährlich stattfindender Schülerlauf auf dem Gelände von unsererem Freibad. 1500 Meter! Und Samu hat kurz davor die Angst gepackt. Er wollte nicht, fürchtete sich vor dem Verlieren und dass er es nicht schaffen würde ins Ziel zu kommen. Da ich jetzt nicht so die ehrgeizige Mutter bin was den Sport angeht war ich sofort bereit ihn wieder abzumelden. Aber Heio bestand darauf, dass wir hingehen. Und weil der Nachbarsjunge auch mit am Start war, hat sich Samu dann doch getraut mitzumachen.
Gemeinsam rannten sie los. Unter den Anfeuerungsrufen der Eltern. Und dann verschwanden sie um die Ecke. Und das große Warten begann. Mein Mantra war: Nicht aufgeben. Du schaffst das! Egal, auch wenn du als letzter ins Ziel kommst. (immerhin war er einer der Jüngsten!) Und dann kamen die Ersten wieder um die Kurve und liefen Richtung Ziellinie. Von Samu weit und breit keine Spur. Eine lange Minute Bangen. Hat er aufgegeben? Aber dann tauchte der kleine Läufer ganz hinten auf. Ich juble! Mir schießen Tränen in die Augen wie er, als einer der letzten, über die Ziellinie läuft. Geschafft! Er strahlt. Ich frage ihn wie es war und er meint: "In der Mitte, im Wald, war es schwierig. Ich war plötzlich allein und es war so dunkel. Und ich musste weinen." Oh nein. "Und was hast du dann gemacht?" "Ich bin einfach weitergerannt", sagt er. Wie gut. Ich umarme ihn und erinnere ihn nochmal daran, dass er im Wald nicht alleine war. Dass Jesus immer bei ihm ist. Er nickt ernst. Und am Ende darf er bei der Siegerehrung sogar noch aufs Treppchen, weil er in seiner Altersklasse Zweiter wurde. Gut, es gab nur drei Jungs in seiner Altersklasse, aber egal - er hat es toll gemacht. Er hat nicht aufgegeben. Auch wenn es mittendrin schwierig war. Diese Erfahrung wünsche ich ihm. Vom ersten Schultag an. 
 
Mittendrin - da ist es oft nicht einfach. Das kennen wir Erwachsenen doch nur zu gut. Und Lauren Winner schreibt: Wenn das "Mittendrin" eine Farbe auf der Palette des Lebens wäre, dass würde man sie wohl Treue nennen. Treu sein. Dranbleiben. Schritt für Schritt. Auch im Dunkel. Auf unbekannter Wegstrecke. Da wird auch mal die eine oder andere Träne vergossen. Und da brauchen wir auch Menschen die uns anfeuern und uns zusagen, dass wir es schaffen können. Egal wie oft wir überrundet werden - am Ende zählt es, dass wir ankommen, oder?

Heute mittag werde ich ihn vor dem großen Schultor abholen und in die Arme schließen. Sein erster Schultag. Geschafft! Und so viele danach die noch kommen werden. Ein Tag nach dem anderen. Aufbrechen. Segen empfangen. Strecke genießen. An den dunklen Stellen durchhalten und wissen, dass wir nicht alleine sind. Auch wenn es sich manchmal so anfühlt. Und dann: Ankommen. Und dankbar feiern, dass wir heute dabei sein durften.










Und hier noch ein paar Fotos aus Holland - für alle die gerne Urlaubsbilder anschauen. Es war einfach wunderbar!!! 


Schätze sichten

blaue Waffel! ?



ganz alleine früh morgens, am Strand - schönstes Frühstück ever!


holländischer Apfelkuchen im Nachbargarten genießen



unter Freunden (so schön, dass ihr dabei ward!!!)


Mittwoch, 23. August 2017

Am Anfang feiern wir!

Ich liebe ihn - den Tag danach. Wenn die hektische Vorbereitung vorbei sind und wenn alle Anspannung abgefallen ist (Werden die Stühle reichen? Wird das Wetter halten? Wird es gut was ich sage, was ich lese? Wird es mit der Musik dazu klappen? Werden die Nachbarn die Polizei rufen oder sich dazusetzen?). Wir haben wunderbar gefeiert und beim Aufwachen lasse ich nochmal die schönen Bilder vor meinem inneren Auge ablaufen. Der geschmückte Garten, die schönen Lieder, die gelesenen Texte, die Freunde die an den richtigen Stellen gelacht haben und bewegt waren und die sich einfach von Herzen mitgefreut haben. Was für einen Schatz habe ich in meinem Leben!!! 
Ich taumle ins Bad, umarme auf dem Weg verschlafen meine Lieblingsmenschen und schicke eine kurze SMS an die Nachbarn, dass wir uns in Kürze zum Resteessen unter dem Pavillion treffen können. Beim Anblick der Feierspuren im Garten überrollt mich die nächste Welle von Dankbarkeit.






In meinem neuen Buch habe ich ein Kapitel über das Feiern geschrieben. Darüber, dass Jesus mit seinen Jüngern zuallererst auf ein (Hochzeits)Fest gegangen ist. Ich hätte sie vielleicht erstmal einen kleinen Jüngerschaftstest ausfüllen lassen oder ein paar vorgefertigte Verträge zum Unterschreiben hingelegt.  Aber bei Jesus steht am Anfang das gemeinsame Feiern! Bevor irgendetwas getan oder geleistet wurde. Das finde ich ein wunderschönes Bild für die Gnade Gottes. 
Und ein bisschen war das Fest am vergangene Samstag auch so: Wir feiern keine Erfolgszahlen und keine euphorischen Kritiken. Keiner der Freunde konnte auch nur einen Satz aus dem Buch vorher lesen um sich darüber klar zu werden ob es diese Seiten überhaupt Wert sind gefeiert zu werden. Sie kamen einfach und haben sich mit mir gefreut. Und Heio, der Mann, der so ziemlich alles was ich schreibe mit einem gelassenen "gut" kommentiert, überreichte mir, mit einem Strauß Sonnenblumen, sein "sehr gut!" (obwohl er das Buch auch noch nicht am Stück gelesen hat!)
Der Strauß steht jetzt auf dem Balkon. Er erinnert mich daran, dass dieses Prädikat über unserem Leben steht. Auch wenn wir in einer ziemlich zerbrochenen Welt leben und eigentlich ganz genau wissen, dass vieles um uns, und auch in uns, nicht wirklich so toll ist. Und trotzdem: Da ist ein "sehr gut" das über jedem von uns gesprochen wurde, das gilt. Schon bevor unsere Geschichte überhaupt begann! Ein Prädikat das überhaupt nicht mit unseren Leistungen zusammenhängt!  So richtig fassen kann ich das nicht. Aber das vergangene Fest hat ein bisschen nach dieser Liebe geschmeckt. Und ich bin so dankbar dafür.


Heute packe ich die Girladen wieder zurück in die Kiste und überlege schon wann wir sie wohl wieder auspacken werden. Dieses Jahr nochmal? Vielleicht schon Mitte September, weil da ein kleiner Mensch plötzlich tapfer und gespannt Richtung Schule marschieren wird. Ein neuer Lebensabschnitt! Wie erfolgreich er wird kann man noch nicht sagen. Aber bevor die ersten Beurteilungen der Lehrer kommen, bevor die ersten Test geschrieben werden sollten wir feiern, oder? Vielleicht lege ich ihm schonmal das erste Zeugnis in die Schultüte: Note: Sehr gut! Du bist wunderbar gemacht. Gott betrachtet dich mit einem Herz voller Liebe. Und DAS ist die wichtigste "Beurteilung" die wir jemals bekommen werden!

Mit Heio zusammen war ich ein paar Tage in Augsburg. Es hat zwar fast die ganze Zeit geregnet, aber es war trotzdem schön. An einem Tag haben wir auch das Gebetshaus besucht. Dieser Liedtext blieb mir besonders in Erinnerung: Alles was zählt, ist das was du siehst, wenn du auf mich blickst!" Wie wahr. Und wie schnell vergesse ich das im Alltag. Wie wichtig sind dann so viele andere Stimmen und Blicke. Deshalb brauche ich die Erinnerung daran. Indem ich mich liebevoll anschauen lasse. Indem ich mir das "sehr gut!" Gottes vor Augen halte. Und indem wir am Anfang erstmal gemeinsam feiern gehen.



Und jetzt, ich wage es kaum zu sagen, gehen wir in den Urlaub!  (nachdem sich viele von euch ja schon wieder mutig dem Alltag stellen). In der Wohnung ist noch das totale Chaos, ich muß bis zur Abreise noch einiges erledigen und mein Kopf hämmert mal wieder - trotzdem: Ich bin total dankbar und freue mich auf die Tage am Meer!

Mitte September werde ich mich dann hier wieder melden. In alter Frische, haha.
Bis dahin - bleibt behütet und vergesst nicht zu feiern. Am Anfang. Und auch Mittendrin. Mit wilder Hoffnung, dass Gott es gut machen wird und dass er uns IMMER gnädig anschaut.

Gnade bedeutet, dass mitten in unserem Kampf der Schiedsrichter pfeift und das Spiel zu Ende ist... Gnade bedeutet, dass Gott auf unserer Seite ist und wir deshalb Sieger sind, egal wie gut wir gespielt haben. Wir können jetzt genauso gut duschen gehen und dann mit Champagner feiern.
Donald W. Cullough

Montag, 14. August 2017

200 Seiten Apfelmus

Eine neue Ferienwoche beginnt. Heio ist mit Samu im Garten und sammelt die Äpfel unterm Apfelbaum auf. Leider sind sie ziemlich ungenießbar, es sei denn man verarbeitet sie zu Apfelmus. Also werde ich nachher eine total klebrige Küche vorfinden. Aber immerhin: sie sind beschäftigt. Und heute mittag gibts Waffeln mit frischem Apfelmus. Lecker. Und während die zwei Jungs die Küche verwüsten, hab ich kurz Zeit um zu schreiben. Nach einigen vergeblichen Versuchen meinen Computer hochzufahren, widerstehe ich der Versuchung ihn gegen die Wand zu schmeißen und sitze nun vor Heios alter Maschine und versuche mich nicht mehr zu ärgern (WARUM HABE ICH KEIN BACKUP GEMACHT???). Egal, es gibt Neuigkeiten, die ich euch unbedingt schreiben will:
DAS BUCH IST DA!!! Juhu. Und auch die Postkarten sind wunderschön geworden (finde ich).



Alle die noch gerne bei mir bestellen wollen bevor wir nächste Woche in den Urlaub abdüsen, können das jetzt tun (hier sind die genaueren Infos). 

Ich liege nun abends im Bett und lese in MEINEM BUCH, was irgendwie merkwürdig ist. Ich lese es, als wäre ich nicht die Autorin, sondern einfach eine neugierige Leserin. Ich finde ein paar Fehler, ärgere mich über den einen oder anderen holprigen Satz, "ach, das hätte ich anders schreiben können", aber ansonsten berühren mich ehrlich gesagt die einzelnen Kapitel auch immer wieder und ich sage zu Heio: "Ich lese gerade hier ein ganz tolles Buch, sollltest du auch mal lesen!" :-). 
Das hört sich vielleicht ein bisschen eingebildet an, aber ich habe neulich ein wunderbares Zitat von Plaise Pascal gelesen:
Einige Autoren sagen "mein Buch".. "meine Geschichte"...Sie würden gut daran tun zu sagen: "Unser Buch," "unsere Geschichte",... weil für gewöhnlich mehr von anderen als von ihnen selbst darin ist. 
Und das ist so wahr!!! In diesem Buch habe ich versucht ganz ehrlich meine Geschichte und meine Gedanken über die Kirche und meine Nachfolge mit Jesus zu schreiben und gleichzeitig ist darin  sooo viel von anderen, dass ich manchmal lange überlegen musste: Ist der Gedanke jetzt von mir, oder habe ich das irgendwann einmal von jemand anderem gehört? (das ging mir bei den Postkartenzitaten auch so. Hoffe ich bekomme keine Plagiatsvorwürfe!) Und einige der besten Sätze in dem Buch sind ganz bestimmt die wunderbaren Zitate von anderen Autoren.
Vielleicht ist es am besten mit dem zu vergleichen was Heio und Samu gerade tun: Ich habe einfach alles eingesammelt was mir jemals unter die Hände gekommen ist (auch das was manche vielleicht als ungenießbar und "schwere Kost" empfinden), unsere gemeinsame Geschichte und dann noch ein bisschen meine persönliche Note dazugegeben - manches ist tatsächlich auf meinem Mist gewachsen - und das Ganze zu Mus - ähh, einem Buch - verarbeitet. 
Guten Appetit, liebe Leser! Ich hoffe es schmeckt. Und berührt. Und am allerschönsten wäre es, Jesus würde immer mal wieder zwischen den Zeilen auftauchen, euch umarmen und Mut machen.
Letztlich ist es halt wie beim Apfelmus: den einen wird es schmecken und andere werden es nicht mögen. Ist so. Dann müssen sie zu anderen Sorten greifen. Wie gut, dass im Regal eine große Vielfalt gibt! Ich kann nur versuchen das Beste zu geben und das weitergeben was ich bekommen habe. Und es ist ja eben auch "nur ein Buch". Also will ich mich auch auf eventuellle negative Rückmeldungen gelassen vorbereiten (mal schauen wie mir das gelingt... ich fürchte ich brauche die Hilfe von einen geduldigen Ehemann und einen gnädigen Gott die mich immer wieder auf die Beine stellen!). Und immer wenn ich freundliche Kommentare bekomme will ich mich freuen und mich auch daran erinnern, dass ich eben nur das weitergegeben habe, was ich bekommen habe und es genauso wenig "mein Buch" ist, wie der Apfelbaum im Garten "meiner" ist. 
Und überhaupt, um nochmal Worte von Pascal zu leihen: 
die besten Bücher sind die, von denen jeder meint, er habe sie selbst schreiben können. 
In diesem Sinne will ich mich jetzt einfach mal  freuen und eine Runde feiern. Mit Waffeln und Apfelmus. Auf Euch, meine wunderbaren Leser! Und dass wir nie den Mut verlieren das weiterzugeben was wir haben, im Vertrauen, dass es unter Gottes Händen, zum Segen  wird. Egal wie kümmerlich die Zutaten uns manchmal erscheinen. Es ist das Beste was wir unter die Hände bekommen konnten! Deshalb ist es genug. Und einigen wird es richtig gut schmecken und Kraft geben! Dafür: DANKE JESUS!!!



Mittwoch, 9. August 2017

Vetrauensfall

Ein kurzer Urlaubsgruß an Euch mit meinem Lieblingsbild der letzten Woche:
Samus Vertrauensfall!  

(kleine Vorführung bei der Kindersegnung)
Die Beiden haben zu Hause geübt. Samu fragt: "Bereit?" Und wenn der Papa "Ja!" sagt, lässt er sich nach hinten fallen. Steif wie ein Brett. Bis er kurz davor ist auf dem Boden aufzuschlagen. Dann fängt ihn Heio auf. (mir bleibt das Herz fast stehen beim Zuschauen!) Samu lacht.Und ist voller Vertrauen. Klar fängt ihn der Papa auf!
Um dieses kindliche Vertrauen beneide ich ihn. Ich bin bei der Übung viel verkrampfter. Heio sagt zwar: "Jetzt mach dich einfach mal locker, ich fang dich doch auf!" Aber ich bin mir nicht so sicher ob er mein Gewicht auch noch kurz vor dem Boden auffangen kann. (ich will es lieber nicht drauf ankommen lassen ;-)).
Gerade ist einiges los bei uns, trotz Urlaub. Eigentlich vor allem richtig gute Dinge (ich werde noch berichten). Aber trotzdem spüre ich, wie ich mich innerlich verkrampfe und mich frage ob ich das alles so stemmen kann. Immer wieder versuche ich mein Herz zu beruhigen und auf das freundliche Flüstern zu hören, von dem ich hoffe dass es Jesus ist: Christina, du kannst dich ruhig fallenlassen. Ich stehe hinter dir. Hab keine Angst. Ich kann das alles halten. Und dann versuche ich innerlich loszulassen. Etwas verkrampft. Wie heisst noch dieser Spruch: Wer loslässt, wird gehalten. Das will ich erleben. Ich übe weiter. Bis ich ganz entspannt in seinen Armen lande und lachend sagen kann: "Klar fängt mich mein Papa auf!"

Montag, 31. Juli 2017

Schneefall in einer Sommernacht

Eine ungewöhnliche Überschrift, ich weiß. Und nein - es hat in Stuttgart nicht geschneit (leider! :-)). Es ist einfach mein Versuch Worte zu finden für unser Nachbarschaftsfest am vergangenen Wochenende. 
Es war nämlich wunderschön!!!! (die lieben Kommentarschreiber haben es ja schon geahnt. Danke euch!) Fast alle sind gekommen! Auch die Frau von der die anderen gesagt haben: "Die kommt ganz bestimmt nicht!"   Einer nach dem anderen setzte sich an die geschmückte, lange Tafel unterm Apfelbaum. Wir haben gegessen, geredet und gelacht, bis tief in die Nacht. Ich lernte die neuen Nachbarn ein wenig kennen und die Frau neben der wir schon seit acht Jahren wohnen erfuhr endlich unsere Namen. Wir saßen im Garten bis die Solar-Lampions angingen, die Nachtfalter um die Kerzen schwirrten und den Kindern die Augen auf Halbmast hingen. Na ja, nicht nur den Kindern. Wie schon befürchtet waren Heio und ich bei den Ersten die sich kurz vor Mitternacht verabschiedeten (um diese Zeit setzte sich auch endlich die italienischen Familie zu uns, nachdem sie in ihrer Pizzeria Feierabend machen konnten).
Am Tag danach pflücken wir die Reste vom Rasen: Abgebrannte Kerzen, traurig zurückgelassenes Geschirr und leere Weinflaschen. Langsam gehen die Rolläden an den Nachbarhäusern hoch. Winken, Lachen und ein frohes: "Es war so schön! Hoffentlich bald mal wieder." 
Es kommt mir vor wie nach den Nächten in denen der erste Schnee gefallen ist. Man wacht von einem sanften Licht auf und spürt, dass draußen etwas anders ist. Und dann der staunende Blick aus dem Fenster. Als wären die Häuser über Nacht ein wenig zusammengerückt um sich gemeinsam unter die weiße Decke zu kuscheln. Alles scheint irgendwie viel näher beisammen. So kam es mir als Kind zumindest immer vor. Euch auch? Und ich glaube genau das ist bei dem kleinen Fest unter dem Apfelbaum passiert: Die Nachbarhäuser stehen noch am selben Ort wie am Abend zuvor, aber wir sind ein kleines bisschen näher zusammengerückt. Ich staune. Schneefall. Mitten im Sommer. Das ist ein Wunder, oder?


Montag, 24. Juli 2017

Nur Heute - ein neuer Schatz im www.!

So, diese Woche darf ich den angekündigten Link mit euch teilen - Trommelwirbel, Tusch, Tataaa: Ein neuer Blog bereichert von nun an das weltweite Netz!!!  Meine Freundin Tine hat den Mut gefunden ihre Gedanken und Geschichten mit der Welt zu teilen, ab jetzt ganz regelmässig auf diesen Seiten:

Dort findet man unter der Rubrik "Blog" echte und ungeschminkte Einblicke in Tines Alltag. Und unter der Überschrift "Gott und Du" berichtet sie von Erfahrungen über ihre Zeit mit Gott - wie sie einen innigen Austausch mit Jesus in ihrem Alltag auf die Reihe bekommt (oder eben nicht so gut auf die Reihe bekommt:-)), was sie dabei hilfreich findet und welche Geschichten aus der Bibel sie aktuell beschäftigen und herausfordern. Vielleicht kann man  hier den einen oder anderen Schatz für seine eigene Zeit mit Gott entdecken.  Ich finde es jedenfalls eine spannende Mischung und freue mich schon jetzt auf jeden neuen Eintrag!
Und dieser Blogpost von ihr hat mich berührt, wie kaum etwas anderes in diesem Jahr!!! Wir haben mitgeweint und uns mitgefreut ... auch wenn wir erst die Hälfte von 2017 hinter uns haben, für mich ist es schon jetzt eine der schönsten und bewegendsten Geschichten des Jahres.
Tine hat mir von ihren Zweifeln erzählt ob sie tatsächlich einen Blog starten soll,  Gedanken wie: „Das will doch eh keiner lesen.“, oder „Ganz genau, auf dich hat die Welt noch gewartet.“ (oh wie gut kenne ich diese Gedanken!!!) Meine Antwort darauf ist:  "Genau. Auf dich haben wir gewartet, liebe Tine! Ich glaube genau solche Texte wollen ganz viele von uns lesen. Weil du Worte über den Schmerz, deine Hoffnung und dein tiefstes Sein findest, die etwas in uns anrühren und bei denen wir uns nicht mehr so alleine fühlen. Segen für dich, liebste Weggefährtin!!! Danke, dass du uns deine Gabe zum Geschenk machst."

Und hier sind noch ein paar Bilder vom Geburtstag meiner Schwester am vergangenen Wochenende - es war ein wunderschönes Fest!!!

meine schöne Heimat!!!


unsere "Wandergruppe"

lecker Schwarzwälder Schinken

von meiner Nichte und dem Neffen ausgeteilt - ich LIEBE diese Beiden (und die Häppchen, haha)

und meine Schwester, die ein großer Grund zum Feiern ist!!!

auch die Kleinsten feiern mit

und am späten Abend haben die "jungen Leute" ihre Instrumente ausgepackt

eine Hütte voll mit Liebe zu Jesus - das war etwas ganz großes!!!

Mittwoch, 19. Juli 2017

Ein Fest zum Letzten und eins zum Ersten!

Am Samstag haben wir das letzte Kita-Sommer-Fest mitgefeiert. Ein bisschen mit Wehmut im Herz. Aber vor allem mit Dankbarkeit. Dankbar für den Reichtum, den Samu aus dieser Zeit seines Lebens mitnehmen wird.

Kinder aus so vielen Ländern (sein bester Freund kommt aus Äthiopien)..


...und eine Festtafel an der man den Reichtum der Nationen schmeckt!

Und dann laden wir  zum ersten Mal, gemeinsam mit einer befreundeten Familie aus der Nachbarschaft, alle unsere Nachbarn zu einem kleinen Fest unter dem Apfelbaum in unserem Garten ein. Ausgerechnet wir!!! Wir sind nicht wirklich die Partyleute! (Heio fallen meistens schon gegen 10 Uhr die Augen zu und ich kann mich nach einer Stunde von intensivem Reden auf kein Gespräch mehr konzentrieren!). 
Ich frage mich schon sorgenvoll ob wir uns nicht etwas übernommen haben. Eigentlich haben wir doch schon genug Termine. Und überhaupt: Es sind doch die anderen die in ihren Gärten abends lachen und feiern. Die griechischen Nachbarn zum Beispiel. Oder die italienische Familie, deren Kinder draußen noch toben und spielen, während wir schon lange im Bett liegen. Oder die junge Frau, die mit ihrem Freund bei einer Flasche Wein bis spät in die Nacht lange Gespräche führt, an deren Balkon wir uns leise vorbeischleichen um nicht zu stören.  Eine Party - das könnten die alle doch viel besser!!!! 
Das sage ich auch zu Jesus. Und dann meine ich zu hören wie er mir sagt: "Christina, du kannst doch schöne Einladungen schreiben. Mach das mal. Und dann lade die Frau im Nebenhaus ein, die sonst nie jemand einlädt. Und zu der türkischen Familie. Geh zu der polnischen Haushilfe und zu der alten Frau. Lade sie ALLE ein! Und dann schmücke den Garten (das machst du doch auch gerne) und heißt ihr einfach diejenigen willkommen, die sich zu euch setzen. Mehr müsst ihr nicht tun." 
Also nehme ich meinen ganzen Mut zusammen und lade die Leute ein. Und ich bete. Ein bisschen verzweifelt. Und dann schauen wir mal was passiert...


Wer noch mehr über besondere Feste lesen will: hier ist ein toller link! (leider auf englisch)

Und nächste Woche gibt`s hier noch einen ganz besonderen Link, ICH FREU MICH SCHON!!!!!

Montag, 10. Juli 2017

Sommergruß: Zwei Bücher

Zum Sommer gehören für mich auch immer gute Bücher. Diese Zwei liegen gerade ganz oben auf dem chaotischen Bücherstapel neben meinem Bett:


Da ist diese wunderbare Gott hat dich lieb Bibel, die wir entdeckt haben (danke Iris!). Ich lese Samu abends die Geschichten und muss mich zwingen das Buch aus der Hand zu legen und nicht alles gleich am Stück durchzulesen. So geht es mir (leider!) nicht oft mit der Bibel. Aber diese Texte sind so wunderbar geschrieben und deuten in jeder Geschichte auf Jesus hin.

hier zum Beispiel das Ende vom Riesen Goliath
 DIe Bibel ist die Wiege in der Jesus liegt! Ich glaube den Satz habe ich mal bei Nadja Bolz Weber gehört. Und genau das zeigt mir diese tolle Kinderbibel (und ich finde sie durchaus auch für uns Erwachsene geeignet!!!).

Und dann ist da noch das Buch, das ich aus der Bücherei ausgeliehen haben; schnell noch kurz ins Regal der "empfohlenen Bücher" gegriffen und ab und zu lande ich damit einen Glücksgriff. In der gute Psychologe wird man sozusagen Beisasse in seinen Therapie- und Unterrichtsstunden und den Zeiten dazwischen, in denen er seine eigenen Probleme bewältigen muss. Zwei Gedanken fand ich schon total hilfreich. Da ist das wunderbare Beispiel mit den Gedanken ein bisschen so umzugehen wie bei einem Schuhkauf: Das erste paar Schuhe das man in die Hand nimmt muß man nicht gleich kaufen. Wenn ich also eine bestimmten Situation etwas in mir hochkommt, was ich darüber denke und empfinde, dann ist es einfach nur der erste Gedanke und nicht unbedingt der Richtige. Ich kann noch ein bisschen weiterschauen was man über die Situation noch denken könnte....so wie man eben durch ein Schuhgeschäft schlendert. Und dann schaut man was am besten passt,  ohne dass es Druckstellen auf der Seele gibt. (und Jesus scheint mir ein ziemlich guter "Schuberater" zu sein!).

blöder Schuh, leider schon ziemlich ausgetreten ;-)
Und dann fand ich den Gedanken noch sehr hilfreich, dass ich lerne meine Gefühle zu begrenzen, d.h.: Wenn ich sage "Ich bin traurig" dann ist das nur ein Teil der Wahrheit. Es ist besser wenn ich lerne es so für mich auszudrücken: "Ein Teil von mir ist traurig. Aber da gibt es auch einen Teil in mir der Hoffnung hat. Der sich an etwas freut...." (die Grenzen des Gebiets abstecken, nennt es der Psychologe).  Auch wenn sie das für manche nach einem Psychotrick anhören kann - für jemand wie mich, die sich von einem Gefühl manchmal ganz bestimmen lässt, ist es total hilfreich über solche Dinge nachzudenken. Ich will nämlich emotional ein bisschen reifer werden :-). (Heios Augen werden an dieser Stelle hoffnungsvoll aufleuchten)  Freue mich jedenfalls auf den Rest des Buches....

Und was lest ihr gerade schönes?