Mittwoch, 23. August 2017

Am Anfang feiern wir!

Ich liebe ihn - den Tag danach. Wenn die hektische Vorbereitung vorbei sind und wenn alle Anspannung abgefallen ist (Werden die Stühle reichen? Wird das Wetter halten? Wird es gut was ich sage, was ich lese? Wird es mit der Musik dazu klappen? Werden die Nachbarn die Polizei rufen oder sich dazusetzen?). Wir haben wunderbar gefeiert und beim Aufwachen lasse ich nochmal die schönen Bilder vor meinem inneren Auge ablaufen. Der geschmückte Garten, die schönen Lieder, die gelesenen Texte, die Freunde die an den richtigen Stellen gelacht haben und bewegt waren und die sich einfach von Herzen mitgefreut haben. Was für einen Schatz habe ich in meinem Leben!!! 
Ich taumle ins Bad, umarme auf dem Weg verschlafen meine Lieblingsmenschen und schicke eine kurze SMS an die Nachbarn, dass wir uns in Kürze zum Resteessen unter dem Pavillion treffen können. Beim Anblick der Feierspuren im Garten überrollt mich die nächste Welle von Dankbarkeit.






In meinem neuen Buch habe ich ein Kapitel über das Feiern geschrieben. Darüber, dass Jesus mit seinen Jüngern zuallererst auf ein (Hochzeits)Fest gegangen ist. Ich hätte sie vielleicht erstmal einen kleinen Jüngerschaftstest ausfüllen lassen oder ein paar vorgefertigte Verträge zum Unterschreiben hingelegt.  Aber bei Jesus steht am Anfang das gemeinsame Feiern! Bevor irgendetwas getan oder geleistet wurde. Das finde ich ein wunderschönes Bild für die Gnade Gottes. 
Und ein bisschen war das Fest am vergangene Samstag auch so: Wir feiern keine Erfolgszahlen und keine euphorischen Kritiken. Keiner der Freunde konnte auch nur einen Satz aus dem Buch vorher lesen um sich darüber klar zu werden ob es diese Seiten überhaupt Wert sind gefeiert zu werden. Sie kamen einfach und haben sich mit mir gefreut. Und Heio, der Mann, der so ziemlich alles was ich schreibe mit einem gelassenen "gut" kommentiert, überreichte mir, mit einem Strauß Sonnenblumen, sein "sehr gut!" (obwohl er das Buch auch noch nicht am Stück gelesen hat!)
Der Strauß steht jetzt auf dem Balkon. Er erinnert mich daran, dass dieses Prädikat über unserem Leben steht. Auch wenn wir in einer ziemlich zerbrochenen Welt leben und eigentlich ganz genau wissen, dass vieles um uns, und auch in uns, nicht wirklich so toll ist. Und trotzdem: Da ist ein "sehr gut" das über jedem von uns gesprochen wurde, das gilt. Schon bevor unsere Geschichte überhaupt begann! Ein Prädikat das überhaupt nicht mit unseren Leistungen zusammenhängt!  So richtig fassen kann ich das nicht. Aber das vergangene Fest hat ein bisschen nach dieser Liebe geschmeckt. Und ich bin so dankbar dafür.


Heute packe ich die Girladen wieder zurück in die Kiste und überlege schon wann wir sie wohl wieder auspacken werden. Dieses Jahr nochmal? Vielleicht schon Mitte September, weil da ein kleiner Mensch plötzlich tapfer und gespannt Richtung Schule marschieren wird. Ein neuer Lebensabschnitt! Wie erfolgreich er wird kann man noch nicht sagen. Aber bevor die ersten Beurteilungen der Lehrer kommen, bevor die ersten Test geschrieben werden sollten wir feiern, oder? Vielleicht lege ich ihm schonmal das erste Zeugnis in die Schultüte: Note: Sehr gut! Du bist wunderbar gemacht. Gott betrachtet dich mit einem Herz voller Liebe. Und DAS ist die wichtigste "Beurteilung" die wir jemals bekommen werden!

Mit Heio zusammen war ich ein paar Tage in Augsburg. Es hat zwar fast die ganze Zeit geregnet, aber es war trotzdem schön. An einem Tag haben wir auch das Gebetshaus besucht. Dieser Liedtext blieb mir besonders in Erinnerung: Alles was zählt, ist das was du siehst, wenn du auf mich blickst!" Wie wahr. Und wie schnell vergesse ich das im Alltag. Wie wichtig sind dann so viele andere Stimmen und Blicke. Deshalb brauche ich die Erinnerung daran. Indem ich mich liebevoll anschauen lasse. Indem ich mir das "sehr gut!" Gottes vor Augen halte. Und indem wir am Anfang erstmal gemeinsam feiern gehen.



Und jetzt, ich wage es kaum zu sagen, gehen wir in den Urlaub!  (nachdem sich viele von euch ja schon wieder mutig dem Alltag stellen). In der Wohnung ist noch das totale Chaos, ich muß bis zur Abreise noch einiges erledigen und mein Kopf hämmert mal wieder - trotzdem: Ich bin total dankbar und freue mich auf die Tage am Meer!

Mitte September werde ich mich dann hier wieder melden. In alter Frische, haha.
Bis dahin - bleibt behütet und vergesst nicht zu feiern. Am Anfang. Und auch Mittendrin. Mit wilder Hoffnung, dass Gott es gut machen wird und dass er uns IMMER gnädig anschaut.

Gnade bedeutet, dass mitten in unserem Kampf der Schiedsrichter pfeift und das Spiel zu Ende ist... Gnade bedeutet, dass Gott auf unserer Seite ist und wir deshalb Sieger sind, egal wie gut wir gespielt haben. Wir können jetzt genauso gut duschen gehen und dann mit Champagner feiern.
Donald W. Cullough

Montag, 14. August 2017

200 Seiten Apfelmus

Eine neue Ferienwoche beginnt. Heio ist mit Samu im Garten und sammelt die Äpfel unterm Apfelbaum auf. Leider sind sie ziemlich ungenießbar, es sei denn man verarbeitet sie zu Apfelmus. Also werde ich nachher eine total klebrige Küche vorfinden. Aber immerhin: sie sind beschäftigt. Und heute mittag gibts Waffeln mit frischem Apfelmus. Lecker. Und während die zwei Jungs die Küche verwüsten, hab ich kurz Zeit um zu schreiben. Nach einigen vergeblichen Versuchen meinen Computer hochzufahren, widerstehe ich der Versuchung ihn gegen die Wand zu schmeißen und sitze nun vor Heios alter Maschine und versuche mich nicht mehr zu ärgern (WARUM HABE ICH KEIN BACKUP GEMACHT???). Egal, es gibt Neuigkeiten, die ich euch unbedingt schreiben will:
DAS BUCH IST DA!!! Juhu. Und auch die Postkarten sind wunderschön geworden (finde ich).



Alle die noch gerne bei mir bestellen wollen bevor wir nächste Woche in den Urlaub abdüsen, können das jetzt tun (hier sind die genaueren Infos). 

Ich liege nun abends im Bett und lese in MEINEM BUCH, was irgendwie merkwürdig ist. Ich lese es, als wäre ich nicht die Autorin, sondern einfach eine neugierige Leserin. Ich finde ein paar Fehler, ärgere mich über den einen oder anderen holprigen Satz, "ach, das hätte ich anders schreiben können", aber ansonsten berühren mich ehrlich gesagt die einzelnen Kapitel auch immer wieder und ich sage zu Heio: "Ich lese gerade hier ein ganz tolles Buch, sollltest du auch mal lesen!" :-). 
Das hört sich vielleicht ein bisschen eingebildet an, aber ich habe neulich ein wunderbares Zitat von Plaise Pascal gelesen:
Einige Autoren sagen "mein Buch".. "meine Geschichte"...Sie würden gut daran tun zu sagen: "Unser Buch," "unsere Geschichte",... weil für gewöhnlich mehr von anderen als von ihnen selbst darin ist. 
Und das ist so wahr!!! In diesem Buch habe ich versucht ganz ehrlich meine Geschichte und meine Gedanken über die Kirche und meine Nachfolge mit Jesus zu schreiben und gleichzeitig ist darin  sooo viel von anderen, dass ich manchmal lange überlegen musste: Ist der Gedanke jetzt von mir, oder habe ich das irgendwann einmal von jemand anderem gehört? (das ging mir bei den Postkartenzitaten auch so. Hoffe ich bekomme keine Plagiatsvorwürfe!) Und einige der besten Sätze in dem Buch sind ganz bestimmt die wunderbaren Zitate von anderen Autoren.
Vielleicht ist es am besten mit dem zu vergleichen was Heio und Samu gerade tun: Ich habe einfach alles eingesammelt was mir jemals unter die Hände gekommen ist (auch das was manche vielleicht als ungenießbar und "schwere Kost" empfinden), unsere gemeinsame Geschichte und dann noch ein bisschen meine persönliche Note dazugegeben - manches ist tatsächlich auf meinem Mist gewachsen - und das Ganze zu Mus - ähh, einem Buch - verarbeitet. 
Guten Appetit, liebe Leser! Ich hoffe es schmeckt. Und berührt. Und am allerschönsten wäre es, Jesus würde immer mal wieder zwischen den Zeilen auftauchen, euch umarmen und Mut machen.
Letztlich ist es halt wie beim Apfelmus: den einen wird es schmecken und andere werden es nicht mögen. Ist so. Dann müssen sie zu anderen Sorten greifen. Wie gut, dass im Regal eine große Vielfalt gibt! Ich kann nur versuchen das Beste zu geben und das weitergeben was ich bekommen habe. Und es ist ja eben auch "nur ein Buch". Also will ich mich auch auf eventuellle negative Rückmeldungen gelassen vorbereiten (mal schauen wie mir das gelingt... ich fürchte ich brauche die Hilfe von einen geduldigen Ehemann und einen gnädigen Gott die mich immer wieder auf die Beine stellen!). Und immer wenn ich freundliche Kommentare bekomme will ich mich freuen und mich auch daran erinnern, dass ich eben nur das weitergegeben habe, was ich bekommen habe und es genauso wenig "mein Buch" ist, wie der Apfelbaum im Garten "meiner" ist. 
Und überhaupt, um nochmal Worte von Pascal zu leihen: 
die besten Bücher sind die, von denen jeder meint, er habe sie selbst schreiben können. 
In diesem Sinne will ich mich jetzt einfach mal  freuen und eine Runde feiern. Mit Waffeln und Apfelmus. Auf Euch, meine wunderbaren Leser! Und dass wir nie den Mut verlieren das weiterzugeben was wir haben, im Vertrauen, dass es unter Gottes Händen, zum Segen  wird. Egal wie kümmerlich die Zutaten uns manchmal erscheinen. Es ist das Beste was wir unter die Hände bekommen konnten! Deshalb ist es genug. Und einigen wird es richtig gut schmecken und Kraft geben! Dafür: DANKE JESUS!!!



Mittwoch, 9. August 2017

Vetrauensfall

Ein kurzer Urlaubsgruß an Euch mit meinem Lieblingsbild der letzten Woche:
Samus Vertrauensfall!  

(kleine Vorführung bei der Kindersegnung)
Die Beiden haben zu Hause geübt. Samu fragt: "Bereit?" Und wenn der Papa "Ja!" sagt, lässt er sich nach hinten fallen. Steif wie ein Brett. Bis er kurz davor ist auf dem Boden aufzuschlagen. Dann fängt ihn Heio auf. (mir bleibt das Herz fast stehen beim Zuschauen!) Samu lacht.Und ist voller Vertrauen. Klar fängt ihn der Papa auf!
Um dieses kindliche Vertrauen beneide ich ihn. Ich bin bei der Übung viel verkrampfter. Heio sagt zwar: "Jetzt mach dich einfach mal locker, ich fang dich doch auf!" Aber ich bin mir nicht so sicher ob er mein Gewicht auch noch kurz vor dem Boden auffangen kann. (ich will es lieber nicht drauf ankommen lassen ;-)).
Gerade ist einiges los bei uns, trotz Urlaub. Eigentlich vor allem richtig gute Dinge (ich werde noch berichten). Aber trotzdem spüre ich, wie ich mich innerlich verkrampfe und mich frage ob ich das alles so stemmen kann. Immer wieder versuche ich mein Herz zu beruhigen und auf das freundliche Flüstern zu hören, von dem ich hoffe dass es Jesus ist: Christina, du kannst dich ruhig fallenlassen. Ich stehe hinter dir. Hab keine Angst. Ich kann das alles halten. Und dann versuche ich innerlich loszulassen. Etwas verkrampft. Wie heisst noch dieser Spruch: Wer loslässt, wird gehalten. Das will ich erleben. Ich übe weiter. Bis ich ganz entspannt in seinen Armen lande und lachend sagen kann: "Klar fängt mich mein Papa auf!"